Tageszeitung

Als die Gemeinden der heutigen Deutschsprachigen Gemeinschaft 1920 zu Belgien kamen, gab es in diesem Gebiet mehrere Zeitungen in deutscher Sprache:

  • „Eupener Zeitung“, ein populäres katholisch geprägtes Nachrichtenblatt
  • „Die Arbeit“, das die sozialistische Partei Eupens herausgab
  • „Der Landbote“ in Malmedy
  • „Malmedy-St.Vither Volks-Zeitung“

Diese Zeitungen waren dem belgischen Staat gegenüber mehr oder weniger feindlich eingestellt.

1927 entstand das Grenz-Echo. Sein Untertitel lautete "Christliches Organ zur Förderung der wirtschaftlichen Interessen der neubelgischen Gebiete". Es erschien zunächst einmal, später zweimal pro Woche und wurde 1932 zur Tageszeitung.

Von Beginn an war es pro-belgisch eingestellt. Es bemühte sich um eine Annäherung zwischen den Neu-Belgiern deutscher Sprache und dem belgischen Staat. Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Zeitung verboten und ihr Chefredakteur interniert. Ab März 1945 erschien sie aber wieder. 1965 fusionierte die Zeitung mit der Malmedy-St.Vither Volks-Zeitung. Sie nannte sich fortan „Grenz-Echo und St. Vither Zeitung“.

Die Aachener Volkszeitung brachte ab März 1965 einen Ostbelgien-Teil. Er befasste sich mit aktuellen Ereignissen im Gebiet der heutigen Deutschsprachigen Gemeinschaft. Die Zeitung wollte mit diesen Seiten damals einen Blick über die Grenze werfen und die europäische Idee stärken. Die Zeitung stellte den Ostbelgien-Teil 1991 ein.

Ab Dezember 1983 erschien der Grenzland Report in Eupen. Zunächst als Wochenzeitung für Abonnenten, später als Gratiszeitung in alle Haushalte der Deutschsprachigen Gemeinschaft. Der Grenzland Report erschien 1989 zum letzten Mal.    

Heute gibt es nur noch eine einzige Tageszeitung deutscher Sprache in Belgien: das „GrenzEcho “ (nunmehr ohne Bindestrich). Die Zeitung ist im Netz zu finden und bietet ein Online-Archiv für alle ab dem 1. Februar 1996 erschienenen Artikel. Die gedruckten Ausgaben archiviert das Staatsarchiv Eupen - wie auch alle anderen erwähnten Zeitungen. Interessierte können sie dort einsehen.

Auch die „Malmedy-St.Vither Volks-Zeitung“ befindet sich im Staatsarchiv in Eupen. Die Ausgaben von Februar 1866 bis Dezember 1964 wurden 2013 digitalisiert. Sie sind im Internet zugänglich. Die Deutschsprachige Gemeinschaft (DG) unterstützte diese Digitalisierung.

Die DG gibt dem „GrenzEcho“ eine jährliche Dotation im Rahmen der Pressehilfe.