Privater Rundfunk

In den 1980er Jahren entstanden, parallel zu den öffentlich-rechtlichen Radiosendern, private Rundfunkstationen. Sie profitierten von einer rechtlichen Grauzone, denn es gab zu dieser Zeit keine Vorschriften für private Rundfunksender.

So schufen ganz unterschiedliche Einrichtungen eigene Radiosender, auch in Ostbelgien: die Volkshochschule der Ostkantone förderte beispielsweise Radio Distel, die Erwachsenenbildungsorganisation InED Radio Herrmann. Weitere private Sender waren Radio Fantasy, Radio Kaktus, Radio Bockreiter oder Radio Metropole. Sie verstanden sich als Alternative zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Größtenteils betrieben interessierte Laien die privaten Sender. In der Regel sendeten sie nur wenige Stunden wöchentlich.

Die meisten dieser privaten Radiosender sind längst wieder von der Bildfläche verschwunden. Einige aber haben überlebt: Radio Hermann zog nach Eupen um und wurde zu „Radio Aktivität“. In den 1990er Jahren entschied sich der Sender für den kommerziellen Weg und schloss sich der Contact-Gruppe an. Seit 1995 sendet er als Radio Contact Eupen. Seit 2002 empfangen ihn auch die südlichen Gemeinden der Deutschsprachigen Gemeinschaft.

Auch Radio Fantasy aus Raeren-Petergensfeld ist immer noch auf Sendung, wenn auch mit verändertem Programm. Mittlerweile strahlt der Sender ausschließlich progressive Hitsounds aus den Bereichen Dance, House und Black Music aus.

Seit dem Ende der 1990er Jahre gibt es den privaten Rundfunk 100‘5 DAS HITRADIO. Das Programm: Nachrichten im Halbstundentakt, moderierte Sendungen und die Superhits der 80er, der 90er und das Beste von heute.

1997 ging Radio Sunshine zum ersten Mal auf Sendung. Der private Rundfunksender ist in Kelmis beheimatet. Er sendet ein buntes Programm mit Nachrichten, moderierten Sendungen und Schlagermusik.

Seit Dezember 2010 sendet Radio 700 aus Elsenborn. Mittlerweile deckt der Sender das gesamte Gebiet der Deutschsprachigen Gemeinschaft ab. Auch er bietet Nachrichten, Veranstaltungshinweise und ein Musikprogramm, das hauptsächlich aus Schlagern und beliebten Oldies besteht.

Es gibt ferner einige Internetradios im Gebiet der Deutschsprachigen Gemeinschaft. Alle im Gebiet der DG ansässigen Sender, ganz gleich, ob sie regional, lokal oder im Internet senden, müssen vorab eine Genehmigung beim Medienrat einholen.

Der Medienrat kann übrigens auch Frequenzen zeitlich begrenzt vergeben, zum Beispiel für Autokino- oder Sportveranstaltungen. Näheres zu den Aufgaben und der Arbeit des Medienrates erfahren Sie unter dem Menüpunkt „Regulierung“.